Einrichtungsstil Teil 12: Feng Shui

Feng Shui als Einrichtungsstil zu bezeichnen, wird ihm eigentlich nicht gerecht. In Wahrheit kann man Feng Shui als Lebensphilosophie bezeichnen, die auf der Lehre der Harmonie der fünf Elemente (Feuer, Erde, Wasser, Metall und Holz) nach chinesischer Vorstellung basiert. Ferner glaubt man im Feng Shui an das Chi (oder auch Qi geschrieben), eine Energie, deren Fluss sehr von der Inneneinrichtung abhängig ist.

Das Chi muss fließen

Feng Shui lehrt, dass es für eine gelingende Lebensführung unerlässlich ist, den Chifluss in richtige Bahnen zu lenken, und zwar sowohl im Inneren des eigenen Körpers, als auch der Wohnung. Das bedeutet für die eigenen vier Wände, dass man sich diese Energie als eine Art Fluss vorstellen muss, der die Wohnung durchquert und sich dabei an weichen und runden Gegenständen anschmiegt, jedoch von scharfen Ecken und Kanten abgestoßen wird und anfängt, „Giftpfeile“ auf die Bewohner zu schießen.

Praktisch kann das zum Beispiel folgendes bedeuten: Der Weg von der Straße zur eigenen Haustür sollte nicht extrem geradlinig sein, sondern eher einen leichten Bogen beschreiben, denn genauso wie künstlich begradigte Flüsse nur Zerstörung verursachen, so kann auch das Chi nicht auf streng geraden Linien harmonieren. Ebenso sollten Ecken und Kanten in der Wohnung entschärft werden, zum Beispiel indem man dort Spiegel oder Topfpflanzen platziert. Auch lehrt Feng Shui, dass ein Bett niemals zwischen zwei Fenstern oder einem Fenster und der Tür stehen darf, sondern lieber in einer geschützten Ecke, abseits des Energieflusses.

Feng Shui wohnen - Flickr Andy Cardiff

Feng Shui wohnen – Flickr Andy Cardiff

Man muss nicht an Chi glauben, um Feng Shui etwas abzugewinnen! Zwar mag es keinen wissenschaftlichen Beweis für diese mystische Energie geben, doch der psychologische Effekt der damit verbundenen Empfehlungen steht außer Frage: Bedenkt man, wie sehr sich das Auge nachgewiesenermaßen tatsächlich an Ecken und Kanten stört oder wie unruhig man bei einem Bett unter einer Dachschräge werden kann, so lohnt es sich, Feng Shui einmal zu beherzigen.

Auswahl von Möbel und Farben

Feng Shui macht keine strengen Vorgaben, was die Auswahl der Materialien und Farben für die Möbel und die Zimmer betrifft. Generell ist zu sagen, dass wärmere Farben sicher für die Wohnräume, kältere hingegen für die Schlaf- und Waschräumlichkeiten zu empfehlen sind.

Es bedenkt dabei auch die fünf Elemente, dass jeder Mensch einem Element zugehört und eine entsprechende Persönlichkeit besitzt. So sollen Menschen des Wasser-Elements eher introvertiert sein, und für sie kommen eher kühle Blautöne in Frage. Anders herum sollen Feuer-Menschen sehr impulsiv und leidenschaftlich sein und sich entsprechend in einer Wohnung mit vielen warmen Tönen wohlfühlen.